$\textstyle \parbox{10cm}{\large \textsf{Zeitung des Betriebsrates der
Lebenshilfe Wien}}$ $\textstyle \parbox{5cm}{ \hfill Nummer 41 / November 2005 }$


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$\textstyle \parbox{\textwidth}{\Huge \Forward\hfill \textsc{In a burning
Ring of Fire} \hfill\Rewind}$

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        Burn Out
        Gewerkschaft - Wirtschaftsbereich
        Gewerkschaft - Interessengemeinschaft

Editorial

Die letzten drei Monate waren wir vorallem mit den Optierungen zum BAGS beschäftigt. Und dieses Thema wird uns wahrscheinlich noch bis zum Ende des Jahres verfolgen. Und es interessiert Euch vielleicht auch ein wenig, wie unsere Resumee aussieht.

Insgesamt haben wir über 150 KollegInnen bei der Entscheidung zur Optierung beraten. Den meisten, über 140 Personen, konnten wir Unterstützung durch einen Gewerkschaftssekretär anbieten.

Einen Großteil der Werkstatt-BetreuerInnen haben wir direkt in den Einrichtungen besucht, Wohnhaus-BetreuerInnen und solche, die zu den festgelegten Terminen keine Zeit hatten, wurden im BR-Büro beraten.

Und gleich mal Asche auf unserer Haupt, wir haben Euch reichlich unterschätzt. Denn ursprünglich hatten wir die Befürchtung, dass die Anmeldungen zu den Beratungsgesprächen, die Einhaltung der Termine und Vorbereitung in einem reichlichen Chaos aufgehen würden.

Dem war aber nicht so! Ihr habt Euch zum Großteil rechtzeitig angemeldet, seid pünktlich gekommen und habt die nötigen Unterlagen zur Hand gehabt. Alle Achtung! Damit habt Ihr alle dazu beigetragen dass dieses ,,Groß-Projekt`` ohne größere Turbulenzen zu Ende geführt werden konnte.

Und das, obwohl es nicht immer einfach wahr, zu den ,,richtigen`` Zahlen zu kommen. Denn zum Zeitpunkt als die Optierungsunterlagen erstellt wurden, waren so manche Parameter, wie die Arbeitszeitverkürzung noch nicht bekannt. Und in diesem Rahmen wollen wir uns auch für Eure Geduld danken, wenn wir auf Grund dieser Schwierigkeiten auch einmal improvisieren mußten.

Konkrete Ergebnisse, wieviele von Euch in den BAGS optiert haben, liegen uns noch nicht vor. Aus den uns vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass vor allem jüngere KollegInnen, die noch weit unten in den Gehaltschemata eingestuft sind, vom BAGS profitieren.

Die KollegInnen in den Wohnhäusern können sich im BAGS-Schema auf höherer Zuschüsse für Nacht- und Sonn/Feiertagsarbeit erfreuen. Für viele werden diese ,,paar Euros`` wohl den Ausschlag geben.

Werkstätten-BetreuerInnen, die schon auf eine lange Geschichte in der Lebenshilfe Wien zurückblicken können, werden eher im alten Schema besser gestellt sein.

Für die meisten von Euch wird das Ganze dennoch eine schwierige Entscheidung gewesen sein, den die Unterschiede zwischen den beiden Schematas sind Großteils reichlich gering. Und die berühmte Glaskugel, die uns sagt, wie zukünftige Abschlüsse aussehen werden, wie die Berechnungen unter Umständen geändert werden, haben wir alle nicht.

Im Rahmen der Beratungsgesprächen haben wir auch für die Gewerkschaftsmitgliedschaft geworben. Die Reaktionen darauf waren durchwegs positiv, was sich auch an vielen Neuanmeldungen zeigt. Manche von Euch wünschten zusätzliche Informationen über die GPA. Diesem kommen wir in dieser Ausgabe ausführlich nach.

Wir haben immerhin das große Glück, dass unsere BR-Kollegin Christine Rudolf in den ,,Wirtschaftbereich 17`` gewählt wurde und so direkt an der zukünftigen Gestaltung des Kollektivvertrags mitwirken kann.

Die Interessengemeinschaft ,,work@social`` bietet auch Nicht-Betriebsräten die Mitarbeit an der Gewerkschaftsarbeit. Relativ viele KollegInnen aus der Lebenshilfe Wien haben sich bisher für die ,,Plattform Soziales in Wien`` engagiert, vielleicht bietet da die Interessengemeinschaft genau die richtigen Möglichkeiten sich weiterhin einzubringen.

Immerhin gibt es nicht nur Kollektivverträge und Arbeitsrecht, die für uns von Bedeutung sind. Auch andere Thematiken sind für unsere Arbeit von Bedeutung: Sozialbetreuungsgesetz, Heimaufenthalts- und Vetragsgesetz, FSW, Entwicklungen auf der EU-Ebene, ...das Feld ist weit.

Da dies wahrscheinlich die letzte größere Ausgabe des ZEBRAS für dieses Jahr sein wird, wünschen wir Euch hier jetzt schon zwar etwas befremdet (die Sonne scheint angenehm durchs offene Fenster) hier schon ,,Fröhliche Weihnachten und ein Gutes neues Jahr``. Denn soweit ist es wahrlich nicht mehr dorthin! $\bullet$


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$\textstyle \parbox{.45\textwidth}{
\noindent\textbf{Impressum:}\\
Verleger, He...
...967\\
e-mail: br.lhwien@aon.at\\
Web: http://www.betriebsrat-lebenshilfe.at
}$ $\textstyle \parbox{.45\textwidth}{%
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}$

Das Burnout-Syndrom

Bereits in der letzten Ausgabe des Zebra im Juli haben wir Euch von Streß, seinen Ursachen und Folgen berichtet. Mit dieser Thematik haben wir uns im Zuge der Erhebungsfragebögen und der Definition für die SEG-Zulage im BAGS-KV für unseren Bereich beschäftigt. Stressbedingte Problematiken sind in unserem Arbeitsalltag auch die häufigsten Ursachen für das ,,Ausgebrannt sein``. Aufgrund dessen wir dieses Thema als einen der wichtigsten zukünftigen Arbeitspunkte in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung erachtet. Daher wollen wir Euch mit diesem Artikel wieder den Begriff, die Ursachen und die Folgen des Burnout-Syndroms in Erinnerung rufen und dadurch, wie wir hoffen, auch einen Beitrag zur Sensibilisierung in unserem Betrieb leisten.

Der Begriff Burnout bezeichnet einen besonderen Fall berufsbezogener, chronischer Erschöpfung. Durch ständige Frustration, das Nichterreichen eines Zieles und zu hohe persönliche Erwartungen an seine eigenen Leistungen kann es zu einem Burnout-Syndrom kommen. Dabei sind die Symptome vielfältig und können individuell unterschiedlich in Bezug auf Auftreten und Ausmaß sein. Die Symptome können Depressionen sein, aber auch physiologische Beschwerden, wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe oder körperliche Dysfunktionen beinhalten. Typische Symptome sind auch Schuldgefühle, zum Beispiel sich in seinem Beruf nicht genügend einzubringen. Der ,,Ausgebrannte`` erlebt seine Umwelt im Allgemeinen als nicht mehr kontrollierbar und zieht sich in der Regel völlig in sich zurück. Hilfe von außen (durch Verwandte oder Freunde) wird kaum noch oder gar nicht mehr angenommen. Der Kranke muß durch professionelle Hilfe von Ärzten unterstützt werden, häufig in einer Psychotherapie.

Wichtig ist an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO Burn-out als klassisches Krankheitsbild anerkannt hat.

Warnsymptome der Anfangsphase sind beschreibbar mit dem Satz: ,,Wer ausbrennt, muß einmal gebrannt haben.`` Merkmale sind hierbei beispielsweise vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele, Hyperakitivität, erhöhter, unbezahlter Einsatz, Nichtbeachten eigener Bedürfnisse, Erschöpfung usw ...

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In der Folge kann die völlige Hinwendung zu einem Bereich, z. B. zum Klienten in der Arbeit, kann nach einiger Zeit genau das Gegenteil, nämlich reduziertes Engagement und Rückzug, sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich, verursachen.

Es kommt zu emotionalen Reaktionen, da die mit Burnout verbundenen Probleme oft das Aufgeben von wichtigen Lebenszielen fordern. So entstehende Schuldzuweisungen können sich entweder in Form einer Depression gegen sich selbst oder in Form von Aggression gegen andere äußern.

Gehen die Burnoutprobleme über längere Zeit, steigert sich das reduzierte Engagement verstärkt zum Abbau, der zunächst in der Arbeit sichtbar wird. Auffallende Symptome sind dabei: Desorganisation, Unsicherheit, verminderte Motivation und Kreativität, die Arbeit wird gerne auf den Dienst nach Vorschrift reduziert.

Zudem kommt es nicht nur zum Abbau in der Arbeit, sondern auch generell zur Verflachung des emotionalen, mentalen und sozialen Lebens, wie Vermeidung von Kontakten oder die übertriebene Bindung an eine bestimmte Person.

Die Schwächung des Immunsystems und so häufigere Infektionskrankheiten sind weitere Folgen. Ein weiteres Symptom, das überwiegend im Endstadium des Burnout auftritt, ist die existenzielle Verzweiflung. Die Einstellung zum Leben ist überwiegend negativ und das Gefühl der Hilflosigkeit verdichtet sich zur totalen Sinnlosigkeit.

Faßt man die charakteristischen Merkmale dieses Syndroms zusammen, so ist insbesondere körperliche und emotionale Erschöpfung zu nennen, die durch anhaltende physische und psychische Leistungs- und Antriebsschwäche, sowie den Verlust der Fähigkeit, diese zu regenerieren, gekennzeichnet ist. Ebenso ist eine zynische, abweisende Grundstimmung gegenüber Kollegen, Klienten und der eigenen Arbeit festzustellen. Burnout ist nicht nur ein persönliches Problem des Betroffenen, sondern gefährdet aufgrund seiner ,,ansteckenden`` Natur das berufliche Umfeld . Das Burnout-Syndrom tritt insbesondere in ,,helfenden Berufen`` durch hohe Arbeitsbelastung auf. Dies führt häufig zur Krankschreibung, Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung.

Die Ursachen für Burnout lassen sich v. a. im persönlichen, im sozial-, und organisationspsychologischen und im gesellschaftlichen Bereich finden. Da wir uns in unserer Betrachtung v. a. aus der Perspektive der ,,Arbeit des Helfers`` mit Burnout beschäftigen wollen, sollen an dieser Stelle einige organisationspsychologische Ursachen genannt werden:

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Arbeitsbelastung: Eine konfliktreiche Rolle, die Unmöglichkeit, sich das Klientel auszusuchen, für den Betroffenen schwieriges Klientel, die zeitliche und organisatorische Unmöglichkeit, mit dem Klientel befriedigend zu arbeiten und zeitraubende sinnlose Verwaltungsarbeit fördern Burnout.

Burnout-fördernd ist es, wenn die Ziele und Erfolgskriterien der Arbeit nicht klar definiert sind, wenn das Team nicht die gleichen Ziele verfolgt oder wenn der Helfer Ziele verfolgen muß, die gegen seine eigene Wertvorstellungen verstoßen.

Außerdem wird Burnout durch ,,schlechten`` Kontakt zum Vorgesetzten begünstigt, wenn Betroffene beispielsweise zu wenig Rückmeldung, Lob und Anerkennung bekommen. Auch zu starke Kontrolle und schlechtes Arbeitsklima steigern die Burnout-Gefahr.

Im Kontakt mit Kollegen kann Burnout mitverursacht werden, wenn der Betroffene Gleichgültigkeit erfährt, keinen Rat und keine Unterstützung erhält und ihm keine emotionale und strategische Rückendeckung gegeben wird.

In großen Organisationen kommen dazu noch spezielle Faktoren wie z. B. zu wenig Autonomie und eigene Entscheidungsfreiheit in der Arbeit. Hier ist die Gefahr größer, dass mehrere Menschen die gleichen Aufgaben erledigen, dass Unübersichtlichkeit herrscht und dass der Einzelne Aufgaben übernehmen muß, für die er nicht ausgebildet ist.

Ein Burnout-Syndrom vergeht nicht ,,einfach`` wieder. Werden die Anfangsphasen nicht erkannt und durch z. B. ausgedehnte Erholung oder eventuell sogar einen Arbeitsplatzwechsel entgegengewirkt, müssen die Betroffenen durch professionelle Hilfe, etwa in Form einer Psychotherapie, unterstützt werden.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sind präventive Maßnahmen unbedingt erforderlich. Der Betroffene selbst, das Team und auch die Institution können durch verschiedene Maßnahmen dem Burnout vorbeugen:

Individuelle Vorbeugungsmaßnahmen: Für Burnout-Gefährdete ist es sehr wichtig, sich selbst Zeit und Raum zum Ausruhen und Regenerieren sowie für Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport, Musik oder andere Hobbys zu geben. Zudem ist es wichtig die notwendige Distanz zur Arbeit zu behalten oder zu schaffen um ihr aus einem neuen Blickwinkel zu begegnen und mögliche unrealistische Vorstellungen zu korrigieren.

Entlastungsmöglichkeiten im Team: Auch das Team ist für realistische Arbeitspläne und -umsetzungen mitverantwortlich. Hier sollten dem einzelnen wenn möglich an seine Fähigkeiten angepaßte begrenzte und realistische Aufgaben zugeteilt werden. Zudem sollte das Team im Idealfall auch ein Raum für Austausch, Feedback und gegenseitige Begleitung sein.

Vorbeugungsangebote der Institution: Institutionen können bei ihren Mitarbeitern Überbelastungen und dem Burnout vorbeugen, indem sie Raum für Reflexion geben, z. B. in Form von Supervisionen.

Nun - individuelle Vorbeugungsmaßnahmen muß jede und jeder von uns für sich selbst setzten. Entlastungsmöglichkeiten im Team sind allerdings das Um und Auf in unserer Arbeit. Aufeinander Schauen, sich gegenseitig unterstützen, miteinander Kompromisse finden, auch wenn man einmal nicht einer Meinung ist, kann uns den Arbeitsalltag wahrlich einfacher und angenehmer gestalten. Doch wie wir gehört haben, ist auch das System als Ganzes ein wichtiger Faktor zur Vorbeugung.

Wir BetriebsrätInnen wollen daher einen Beitrag zur Prävention in der Lebenshilfe Wien leisten. Bereits in einer der letzten Geschäftsführungssitzungen haben wir das Thema eingebracht und auf seine Wichtigkeit hingewiesen. Die Reaktion der Geschäftsführung war aufgeschlossen. Es wurde Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert.

Wenn wir die Phase der Implementierung des BAGS-KV in unserem Betrieb abgeschlossen haben, werden wir also gemeinsam über mögliche präventive Maßnahmen diskutieren. Über Ergebnisse und Fortschritte im Diskussionsprozess werden wir Euch selbstverständlich in den kommenden Zebra-Ausgaben berichten.

Vorschläge Eurerseits sind natürlich ebenso willkommen und erwünscht. Schließlich geht es um unser aller Wohlbefinden im Betrieb.

Aber auch schon Aufmerksamkeit für unsere KollegInnen und ein sensibler Umgang miteinander im Team können einiges dazu beitragen, das Feuer in uns aufrecht zu erhalten.

In diesem Sinne nur noch ein Satz, den wir uns auch im positiven Sinn immer in Erinnerung rufen sollten: Wer ausgebrannt ist, muß einmal Feuer und Flamme gewesen sein.

Quelle und weiterführende Links unter: http://de.wikipedia.org /wiki/Burnout-Syndrom $\bullet$

Gewerkschaft - wie funktioniert das?

Eine Erklärung zum Wirtschaftsbereich 17 für Gesundheit/Soziale Dienstleistung/Kinder- & Jugendwohlfahrt in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und die Verbindung zum BAGS-KV

Heute wollen wir euch kurz erklären, was es mit dem Wirtschaftsbereich (WB) so auf sich hat und worin seine Verbindung zum BAGS-KV besteht.

In der GPA gibt es bestimmte für ArbeitnehmerInnen und ihre BetriebsrätInnen zuständige Wirtschaftsbereiche, deren Mitglieder alle 4 Jahre von den zugehörigen BetriebsrätInnen gewählt werden. Diese sind nach Branchen aufgeteilt. Jedes GPA-Mitglied wird einem bestimmten Wirtschaftsbereich zugeordnet. Ausschlaggebend dafür ist die Branchenzugehörigkeit des/der ArbeitgeberIn bzw. der Kollektivvertrag, der für das jeweilige Mitglied Gültigkeit hat.

Grundsätzlich sind die Wirtschaftsbereiche der GPA zuständig für die Vorbereitung, Durchführung und den Abschluss von Kollektivverträgen. Dafür legt der Bundesausschuss, der für jeden Wirtschaftsbereich einzurichten ist, in geheimer Abstimmung die jeweiligen Verhandlungsteams fest. Zur Führung von KV-Verhandlungen bzw. zur Behandlung von Themen, die mehrere Wirtschaftsbereiche betreffen, können Gemeinschaften eingerichtet werden.

Der für uns zuständige Wirtschaftsbereich nennt sich WB 17 für Gesundheit, Soziale Dienste und Kinder- & Jugendwohlfahrt. Wie die Schlagwörter schon sagen, ist dieser Wirtschaftsbereich also für die diesen Branchen zugehörigen Berufsgruppen im Privatbereich eingerichtet.

Unser Kollektivvertrag ist, wie Ihr ja wisst, der BAGS-KV. Und darin besteht auch die Verbindung zum WB 17, denn er ist u. a. zuständig für die jährlichen Verhandlungen mit unseren ArbeitgeberInnen, die der BAGS angehören. Der WB 17 befasst sich aber auch mit anderen Themen, die für unsere Berufsgruppen bzw. für unsere Organisierung in der Gewerkschaft wichtig sind. Diese werden in der Regel in einem Arbeitsprogramm festgelegt.

Die letzte Wahl der Mitglieder des WB 17 fand im Juni 2005 statt. Die Liste setzte sich aus BetriebsrätInnen verschiedener Vereine der oben genannten Branchen zusammen. Grundsätzlich kann jede/r betreffende Betriebsrätin/-rat kandidieren. In der Regel wird aber im Vorfeld von den zuständigen Wirtschaftsbereichsekretären, das ist für uns Reinhard Bödenauer, eine Auswahl nach Größe der Betriebe und Fraktionszugehörigkeit getroffen, sowie die Quotenregelung der GPA berücksichtigt wird. So ist es bei der diesjährigen Auswahl dazu gekommen, dass auch die Lebenshilfe Wien ein Mandat im WB 17 erhalten hat. D. h., dass eine unserer BetriebsrätInnen, nämlich Christine Rudolf, jetzt Mitglied im Wirtschaftsbereich ist.

Nun darf nicht der fälschliche Eintrug entstehen, dass wir mit im Verhandlungsteam des BAGS-KV sitzen. Denn das Verhandlungsteam setzt sich aus einigen wenigen, vom Bundesausschuss des WB17 gewählten, Mitgliedern zusammen. Der BAGS-KV gilt ja nicht nur beispielsweise für Wien, sondern für ganz Österreich. Wenn also alle Mitglieder im Verhandlungsteam wären, wäre das eine sehr große Runde, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Trotz alledem ist die Rolle der restlichen Mitglieder des WB17 nicht zu unterschätzen, denn wir können und sollen wesentlichen Einfluss auf die Verhandlungen nehmen. Wir besprechen und beschließen Forderungen, die wir demokratisch abstimmen und an das Verhandlungsteam als Auftrag übergeben. Mit diesem beschlossenen Forderungskatalog geht das Team dann in die Verhandlungen und versucht sein Möglichstes, um die Forderungen in die Tat umzusetzen.


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Der diesjährige abgestimmte Forderungskatalog hat sich auf die entgeltlichen Erhöhungen des KV beschränkt:

Forderungen:
KV-Erhöhung ab 1.1.2006:
Gehaltstafel, Zulagen und Pauschalen (incl. Zuschläge) sind um 4,1 % anzuheben,
die Ist-Gehälter, Zulagen und Pauschalen (incl. Zuschläge) sind um 3,9 % anzuheben.
Die Forderung von 4,1 % ergibt sich aus:
Derzeitige Inflationsrate 2005: 2,5 %
Differenz KV-Erhöhung 2004 (I-Rate + 0,3%): 0,6 %
Prognostizierter Reallohnzuwachs 2006: 0,3 %
Prognostiziertes Wirtschaftwachstum 2006: 1,9 %
(1,9 : 2 = 0,95 %)
Erhöhung Ist-Gehälter
Die Erhöhung für Optierer, die über der BAGS-Gehaltstafel liegen, soll 3,9 % betragen.
Die Erhöhung für Nicht-Optierer soll 3,9 % betragen.
Die Erhöhung der Gehaltsstruktur alt soll 3,9 % auf die 1. Stufe betragen, der Betrag wird auf alle Stufen übertragen.
Zulagen, Zuschläge und Pauschalen um 3,9 %

Begründung:
Arbeitsrechtliche Forderungen werden bei der KV-Verhandlungsrunde hinten angestellt, im Vordergrund steht die wesentliche Verbesserung der Einkommenssituation der Beschäftigten.

Eine Stellungnahme dazu von Christine Rudolf: ``Ich halte es nicht für gut, dass man sich bei den diesjährigen Verhandlungen nur auf den gehaltstechnischen Teil des BAGS-KV konzentriert. Für mich wäre es beispielsweise auch kein Widerspruch dazu gewesen, wenn man Themen, wie Anrechnung der Vordienstzeiten, die Einreihung in Verwendungsgruppen, die elendslangen Übergangsbestimmungen, sowie die Definition von facheinschlägig/nicht facheinschlägig oder der SEG-Zulage usw. zumindest anspricht. All diese Dinge haben ja auch mit dem entgeltlichen Teil zu tun. Dieser Einwand von mir wurde in der letzten WB17-Sitzung auch zur Kenntnis gebracht und gehört. Trotzdem wird man sich aus Strategiegründen nicht vordergründig damit beschäftigen. Bildet euch dazu eure eigenen Meinung?``

Der Forderungskatalog ist der BAGS, unseren ArbeitgeberInnen, bereits übergeben worden. Die ersten BAGS-KV-Verhandlungstermine werden im November und Dezember dieses Jahres stattfinden. Anfang November tagt der Bundesausschuss des WB17, wo die zentralen Forderungspunkte noch einmal diskutiert und Verhandlungsstrategien festgelegt werden. An diesem Bundesausschuss wird Christine Rudolf natürlich teilnehmen und euch dann über Neuigkeiten zu den Verhandlungen in den nächsten Ausgaben des Zebra berichten. Außerdem wird sie euch in einer nächsten Ausgabe über das Arbeitsprogramm berichten, das sich der WB17 in Wien für die nächsten 4 Jahre gesetzt hat.

Neuigkeiten zum BAGS-KV und den Verhandlungen könnt Ihr übrigens auch immer auf der Homepage der GPA - www.gpa.at - unter Kollektivvertrag nachlesen. $\bullet$

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work@social

Die GPA-Initiative für Menschen

im Sozial Dienst

Ein Angebot für die Beschäftigten im Sozialbereich und in der Sozialversicherung.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten hat im Jahr 2000 im Rahmen einer Strukturreform mit den Interessengemeinschaften (IGs) ein zusätzliches alternatives Betreuungs- und Organisierungsmodell eingeführt, das quer zur traditionellen Herangehensweise nach Wirtschaftsbereich und Region ansetzt. Die IGs sind offene gewerkschaftliche Plattformen, die ArbeitnehmerInnen nach ihrer beruflichen Tätigkeit, über Betriebs- und Kollektivvertragsgrenzen hinweg, ansprechen. Offen sind diese Plattformen auch für freie DienstnehmerInnen und WerkvertragsnehmerInnen. Als politische Vertretung wählen die IG-Mitglieder jährlich einen Bundesausschuss und Regionalausschüsse, worüber sie auch in den leitenden Gremien der GPA, dem Bundesvorstand für ganz Österreich und den Regionalvorständen in den jeweiligen Bundesländern, vertreten sind, und so auch die Ausrichtung und Strategie der GPA mitbestimmen können. Eine dieser IGs ist die work@social, die 2001 gegründet wurde. Im Juni 2003 folgte in Wien die Wahl eines ersten Regionalausschusses.

Die traditionelle gewerkschaftliche Arbeit, Organisierung und Regionalpolitik erfolgt über die Betreuung der BetriebsrätInnen durch die RegionalsekretärInnen der GPA-Regionalgeschäftsstellen, die Verhandlung der Kollektivverträge und die Branchenarbeit durch den Geschäftsbereich Interessensvertretung (Wirtschaftsbereiche). Das Angebot der Interessengemeinschaften wendet sich, wie bereits erwähnt, an ArbeitnehmerInnen im Sozialbereich, unabhängig von ihrer Branchen- und Betriebszugehörigkeit, seien sie nun BehindertenbetreuerInnen, mobile Krankenschwestern, SozialarbeiterInnen oder Beschäftigte der Sozialversicherung. Die work@social entwickelt ein breites Angebot, das über Veranstaltungen, Plattformen und das Internet kommuniziert wird. Programm und Aktivitäten der work@social werden zwar in Kooperation mit engagierten BetriebsrätInnen geplant, sind grundsätzlich aber für alle Beschäftigte im Sozialbereich ausgerichtet.

Angebot der work@social

Die work@social versucht mit einer breiten Palette an Aktivitäten einerseits gewerkschaftliches Service und andererseits Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten. Es wurden Produkte wie die Haftungsrechts-Brochure oder der ,,Paragraphen-Dschungel``, die Informationsbrochure für atypisch Beschäftigte entwickelt und regelmäßig aktualisiert. Über die hompage (www.interesse.at), regelmäßige Newsletter und ein Online-Diskussionsforum werden Themen wie das Sozialbetreuungsgesetz, der BAGS-KV oder die Situation spezieller Berufsgruppen diskutiert.

In Wien wurden von Beginn an Austauschtreffen organisiert, die seit Bestehen des Wiener Regionalausschusses unter dem Titel ,,work@social - Netzwerk Wien`` geführt werden. Ziel dieser Reihe ist die Organisation moderner und offener Informations- und Diskussionsveranstaltungen, die Vernetzung der betroffenen Beschäftigten, die Bewusstseinsbildung, die Plattformbildung zum Erfahrungsaustausch, die Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Problemlösungsstrategien. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe sind bisher die Themen `"Burnout``, ,,Rolle von BetriebsrätInnen in sozialen Organisationen``, ,,Haftungsrecht im sozialen Dienst``, ,,Was bringt die Gesundheitsreform, was verabsäumt sie?`` präsentiert worden. Ab dem 3. Oktober 2005 finden diese Netzwerktreffen regelmäßig jeweils am ersten Montag des Monats um 18.00 Uhr in der GPA-Wien, 1034 Wien, Alfred-Dallinger-Platz 1, Konferenzraum 2.K2 statt.

Aktive Beteiligungsmöglichkeit gibt es neben aktuellen Kampagnen und den Netzwerktreffen im Wiener Regionalausschuss. work@social-Mitglieder, die auch GPA-Mitglieder sind, haben in einjährigen Abständen das aktive und passive Wahlrecht und damit die Möglichkeit die Aktivitäten der work@social selbst aktiv mitzubestimmen. Jede und Jeder ist eingeladen, sich bei der Programmgestaltung einzubringen. Aktuelle Schwerpunkten sind die EU-Dienstleistungsrichtlinie, die Arbeitszeit, das Vergaberecht, die Situation klinischer PsychologInnen, die Arbeitsbedingungen in den mobilen Diensten und das Arbeitsklima im Sozialbereich.

Ausblick

Mit der Interessensgemeinschaft work@social versucht die Gewerkschaft der Privatangestellten in einer, den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen angepasste Form Menschen in Sozialberufen zu organisieren und zu betreuen. Die, örtlich verstreut über viele Betriebe tätigen, ArbeitnehmerInnen, freien DienstnehmerInnen und BetriebsrätInnen entwickeln gemeinsam Arbeitsprogramme und Kampagnen, vernetzen und organisieren sich. Mit diesem Organisationstyp versucht die GPA aktive ArbeitnehmerInnenpolitik gemeinsam mit den direkt betroffenen Menschen zu betreiben und ArbeitnehmerInnenrechte auch in Zeiten der Aushöhlung des Arbeitsrechts und regelmäßig stattfindender Unternehmensumbildungen durchsetzen zu können.

Für Anfragen und Informationen: andreas.schmidt@gpa.at $\bullet$

Und was sonst noch so ...

Auch wenn der BAGS-Beitritt einen Großteil unserer Arbeitskraft gebunden hat, so haben wir dennoch damit begonnen, uns um die nächsten Arbeitsaufgaben zu kümmern.

Und doch: BAGS

Denn beim Kollektivvertrag geht es nicht nur ums liebe Geld - auch wenn das für's erste das Wichtigste war. Einige weitere Dinge, durchaus angenehme, müssen ebenfalls geregelt werden:

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Wir sind mit der Geschäftsführung einig geworden, dass folgende Punkte in nächster Zeit angegangen werden müssen.

In diesem Rahmen werden wir uns auch gemeinsam die ,,alte`` Betriebsvereinbarung vornehmen, durchforsten und an die heutigen Bedingungen anpassen. Vieles darin ist einfach im Laufe der Zeit obsolet geworden - man denke nur an Urlaubsrecht, die Arbeitszeit-BV und schließlich KV.

Ebenfalls neu berechnet werden muß die Methode zur Bestimmung des Krankenstand- und Urlaubsentgeltausgleich.

EDV-BV

Abgeschlossen und bereits unterschrieben haben wir eine BV zur Benutzung von EDV-Anlagen und deren Vernetzung. Mit der Anbindung der Einrichtungen in das interne Netzwerk war eine Regelung nötig geworden.

Geregelt wird, wie diese Anlagen zu benutzen sind und was uns am wichtigsten war, der Schutz der Privatsphäre und das Verbot von Überwachung durch die technischen Anlagen. So sind automatische Überwachungen des E-Mail Verkehrs nur aus technischen Gründen (z. B.: Virenschutz, Spam-Kontrolle etc.) zulässig.

Als ,,Privat`` bezeichnete E-Mails genießen einen besonderen Schutz. Von jeglicher Form der Kontrolle ausgenommen sind explizit Nachrichten von oder an den Betriebsrat (Übrigens: die Adresse findet ihr im Mail-Programm unter ,,Gemeinsame Kontakte``!).

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Letztendlich haben wir auch festgelegt, was passiert, wenn jemand beharrlich gegen die Regelungen der EDV-BV verstößt (von Bruch des Datenschutz bis zu Porno-Blödsinn ist da ja vieles denkbar).

Wir werden demnächst eine handliche Form der BV an alle Einrichtungen verschicken, des weiteren sind die Regelungen im Großen und Ganzen auch in den EDV-Richtlinien ersichtlich.

Schwerpunkte

Ältere ArbeitnehmerInnen werden wir weiterhin besonderes Augenmerk entgegenbringen. So gibt es z. B. einige EU-Projekte an denen sich auch die Lebenshilfe Wien beteiligen könnte.

Wie ihr schon in dieser Ausgabe des ZEBRA sehen könnt, werden wir uns verstärkt des Themas ,,Burn-Out`` annehmen. Uns geht es vorallem um präventive Maßnahmen, damit man entweder verhindern kann, dass es zu solchen Erkranken kommt, oder frühzeitig Gegenmaßnahmen einleitet. Die GF hat sich demgegenüber sehr aufgeschlossen gezeigt und wird werden gemeinsam Konzepte erarbeiten.

Weiter in die Zukunft reicht auch die Etablierung einer ,,Betriebspension`` bei der Lebenshilfe Wien. Auch hierzu haben wir die prinzipielle Zusage der Geschäftsführung, dass dieses Thema behandelt werden wird. Da es hierbei aber um ein reichlich komplexes Gebiet handelt, mit einer Vielzahl an Haken und Ösen, müssen wir damit rechnen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis hier eine Lösung gefunden wurde.

Aktuelles

Im Rahmen der Arbeitszeit-BV haben wir ja festgelegt, dass jedes Jahr im Rahmen des Budget-Prozesses über die Höhe des Supervisionszuschusses eine Vereinbarung getroffen wird. Deshalb wird erhoben, wie die geplanten Kosten für das Jahr 2006 aussehen werden. In der nächsten Sitzung sollten diese Daten zur Verfügung stehen und wird werden dann die Höhe des Zuschusses festsetzen.

Beim Bekleidungsgeld erfolgt eine Anpassung an die Gehaltserhöhungen. Wir haben den Betrag auf 75.- für zwei Jahre (auf Grund der üblichen Stückelung der Gutscheine in mindestens 5.- Beträge) gemeinsam festgesetzt.

Wenn unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt werden sollten, können wir Euch heuer Gutscheine der Firma ,,Intersport`` anbieten. Dort werdet ihr sowohl Schuhe als auch (sportliche?) Kleidung vorfinden. Des weiteren haben sie dort auch nützliche Accessoires wie Rucksäcke und so weiter. Der Rabatt wird genauso groß wie bei ,,Humanic`` sein - also genug Geld für ein BR-Fest. $\bullet$

Betriebsrats - Fest


Fr. 2. Dezember 2005, 18:00 Uhr


Kulisse
17. Rosensteingasse 39
(Straßenbahnlinien 9, 44 und mit einem kleinen Fußweg J, 43, 46)

Kabarett-Programm

Ludwig Müller

,,Herr Müller sucht das Glück``

Beginn 19:30 Uhr


anschließend DJ

Der Betriebsrat wird die Kosten für das Programm, das Buffet und ein Begrüßungsgetränk übernehmen.

Angehörige, Ex-KollegInnen, Zivildiener etc. sind gerne eingeladen, mit uns mitzufeiern. Für diese Personen müssen wir einen Unkostenbeitrag in der Höhe von 5.- einheben.


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Betriebsrat der Lebenshilfe Wien 2005-11-24